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(...) Spannend liest sich Gottes
Fälscher von Günter Ruch auf jeden Fall. Doch die wahre Tragweite der
Geschichte erblickt man erst nachdem man ein Auge in die Nachbemerkungen von Gottes
Fälscher geworfen hat. Der oben mehrfach erwähnte Protagonist Eberhard
hat wirklich gelebt, fälschte das Kartular, ein umfassendes Verzeichnis der Klostergüter.
Hier rührt auch der Name Codex Eberhardi her. Vermutet wird als Auftraggeber
Abt Markward I., der ebenso tatsächlich lebte.
In schillernden und eindrucksvollen Worten schildert Günter Ruch in Gottes
Fälscher die gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten in der Zeit
zwischen 1142 bis 1157, bis 1183 wenn man den Prolog hinzurechnen möchte. Über
das tatsächliche vonstatten gehen der Fälschertätigkeit wird leider
nicht oft geschrieben, ebenso im Dunkeln lässt der Autor die Seite Eberhards Gegner,
wie sie die Ränke schmieden und sich der Hass auf ihn anstaut, bleibt dem Leser
verborgen.
In den Vordergrund rückt die Liebesgeschichte zwischen dem Fälscher und seiner
Liebe Gertrudis, deren Glück immer wieder durch verhängnisvolle Umstände
verwehrt wird, und es bleibt fast bis zum Schluss unklar, ob sie überhaupt zueinander
finden werden.
Günter Ruch hat in Gottes Fälscher eine gute Balance zwischen
Mittelalterlichem Thriller und wunderbarer Liebesgeschichte gefunden, die das Buch
für Fans des Zeitalters definitiv lesenswert macht. |