Rezension des Online-Kulturmagazins "saubereingeschenkt"
vom 7. Januar 2009

(...) Spannend liest sich „Gottes Fälscher“ von Günter Ruch auf jeden Fall. Doch die wahre Tragweite der Geschichte erblickt man erst nachdem man ein Auge in die Nachbemerkungen von „Gottes Fälscher“ geworfen hat. Der oben mehrfach erwähnte Protagonist Eberhard hat wirklich gelebt, fälschte das Kartular, ein umfassendes Verzeichnis der Klostergüter. Hier rührt auch der Name „Codex Eberhardi“ her. Vermutet wird als Auftraggeber Abt Markward I., der ebenso tatsächlich lebte.

In schillernden und eindrucksvollen Worten schildert Günter Ruch in „Gottes Fälscher“ die gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten in der Zeit zwischen 1142 bis 1157, bis 1183 wenn man den Prolog hinzurechnen möchte. Über das tatsächliche vonstatten gehen der Fälschertätigkeit wird leider nicht oft geschrieben, ebenso im Dunkeln lässt der Autor die Seite Eberhards Gegner, wie sie die Ränke schmieden und sich der Hass auf ihn anstaut, bleibt dem Leser verborgen.

In den Vordergrund rückt die Liebesgeschichte zwischen dem Fälscher und seiner Liebe Gertrudis, deren Glück immer wieder durch verhängnisvolle Umstände verwehrt wird, und es bleibt fast bis zum Schluss unklar, ob sie überhaupt zueinander finden werden.

Günter Ruch hat in „Gottes Fälscher“ eine gute Balance zwischen Mittelalterlichem Thriller und wunderbarer Liebesgeschichte gefunden, die das Buch für Fans des Zeitalters definitiv lesenswert macht.